Montag, 18. Juni 2012

Im Dunkeln...

...passieren komische Dinge und gedeihen die merkwürdigsten Figuren. Okay, das ist auch bei uns so - nachts kommen manchmal seltsame Gestalten auf die Straßen (vor allem, wenn hier in DD grad mal wieder BRN ist), aber bei Rumo ist das was anderes.

Rumo? Klar, den kennt man noch aus den 13 1/2 Leben des Kapitän Blaubär. Und damit wisst ihr, dass es mal wieder ein neues Buch bei mir zu Lesen gab. Der dritte Band der Zamonien Romane von Walter Moers mit dem Titel "Rumo und die Wunder im Dunkeln".

In diesem Roman beschreibt Moers die Abenteuer Rumos und dieses Mal ist es auch wieder Moers der schreibt, und nicht wie bei "Ensel und Krete" eigentlich Hildegunst von Mythenmetz. Das erkennt man auch sofort am Schreibstil, der wieder gegliederter und nicht ständig von Unterbrechungen durchzogen ist. Von daher liest sich die Geschichte sehr flüssig und noch dazu ist sie sehr spannend.

Rumo (der arme wurde von Smeik leider nach einem Kartenspiel benannt und muss sich das den ganzen Roman über ständig anhören) ist ein Wolpertinger. Und wie bei Wolpertingern so üblich wurde er ausgesetzt und von Fhernhachen großgezogen (ja solche wie Ensel und Krete). Gerade als er den aufrechten Gang kennen lernt, werden er und seine Familie von Zyklopen auf die Teufelsfelsen verschleppt. Dummerweise essen die Zyklopen liebend gern lebendiges Essen und wenn es dann noch schreit umso lieber. Aber Rumo findet sich zurecht und in der Haifischmade Volzotan Smeik (ja, da ist er wieder ^^) einen ersten Verbündeten. So schafft es Rumo so lange zu überleben, bis er ein ausgewachsener Wolpertinger ist (ein Hund mit Hörnern auf dem Kopf). Als er dann gefressen werden soll, richtet er ein Blutbad an und er und die restlichen Gefangenen können fliehen. Den ersten Teil des Weges legt er mit Smeik zurück, doch dann trennen sich die Wege. Rumos führt nach Wolperting zu seinem silbernen Faden (nur geruchlich für Wolpertinger wahrnehmbar). Mit seinem Stadtfreund Urs erlebt er viele für ihn neue Sachen: Schule, Arbeit, Liebe, einen Jahrmarkt. Ist Anfangs noch alles fremd, gewöhnt er sich schnell ein. Nur eines traut er sich nicht, seinen silbernen Faden richtig anzusprechen. Rala nimmt es dann letztendlich selbst in die Hand und springt in die Wolper (Wolpertinger können bis dato nicht schwimmen) Rumo hinterher und wird am Ende eher von Rala gerettet, die als Heldin gefeiert wird. Rumo verlässt daraufhin die Stadt um ihr einen gefährlichen Liebesbeweis zu erbingen, doch als er nach Wolperting zurückkehrt sind alle verschwunden. Entführt nach Untenwelt, wie er später erfährt. Er folgt ihnen den Weg nach unten, und in Untenwelt ist es dunkel. Rumo begegnet toten Yetis, einem sprechenden Baum, Elmen, Frostfratten usw. Doch er schafft es bis nach Hel, der Hauptstadt Untenwelts - regiert von Gaunab dem 99. Der hat die Woplertinger versklavt und lässt sie zur Belustigung in der Arena der Schönen Tode kämpfen. Allerdings gerät der letzte Kampf außer Kontrolle, woran nicht zuletzt Rumo die Schuld trägt und an dessen Ende die Zerstörung Hels steht. Daran sind aber weniger die Wolpertinger schuld, sondern die Gestörtheit einiger Einwohner Hels.
Für die Wolpertinger und auch für Rumo endet das Buch mit einem Happy End.

Wunderbar dieses Buch, anders kann ich es schon nicht beschreiben. War ich vom Umfang von "Ensel und Krete" wirklich enttäuscht, hat mich Moers mit Rumo entschädigt. Knapp 700 Seiten und fast jede davon spannend, auch bis zum Schluss. Vor allem die Kämpfe in Untenwelt sind richtig spannend. Und auch wenn Moers ziemlich viele Erzählstränge in der Mitte des Buches hat (wir verfolgen Smeik, Rumo und die anderen Wolpertinger) führt er sie am Ende doch gekonnt zusammen. Die Figuren sind wunderbar gezeichnet und die Illustrationen passen hervorragend ins Bild des Buches, wie schon bei Kapitän Blaubär. Viele Figuren treten auch wieder auf, wie Professor Nachtigaller, Volzotan Smeik. Und selbst die neuen Charaktere, wie einige Blutschinken trifft man komischer Weise dann sofort in Untenwelt wieder - aber es heißt ja, man trifft sich immer zwei Mal im Leben. Der Bogen der Geschichte ist klasse gespannt und eigentlich wüsste ich jetzt gern was mit Rumo weiter passiert, bis er als Bodyguard bei Smeik landet, der ja bekanntlich Blaubär als Lügengladiator traniert.

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