Donnerstag, 5. Januar 2012

Semesterferien (Rezension)

Über Blogg dein Buch hatte ich jetzt wieder das Vergnügen vom Unsichtbar Verlag ein Buch zu bekommen. Mein Rezensionsexemplar „Semesterferien“ von Christoph Strasser kam auch sehr zügig an. Als ehemaliger Student hängt man ja doch ein bisschen an den Semesterferien, das war eine schöne Zeit, als man zu Hause vor den Hausarbeiten saß und trotzdem noch ganz viel Zeit hatte.



Klappentext:
Zugegeben: Studieren ist anstrengend und gar nicht sexy. Wie gut, dass es Semesterferien und den Sommer gibt.
Denn dann ist die Zeit, Referate, Seminare und langweilige Hausarbeiten zu vergessen und sich den wirklichen Dingen im Leben zu widmen. Auch die Freunde Platon und Jim stürzen sich kopfüber in die vorlesungsfreie Zeit und genießen in vollen Zügen, was diese ihnen zu bieten hat: Einen besten Freund, der Selbstmordgedanken hegt, einen Nebenjob, der einen die Würde kostet und natürlich das quälende Gefühl, wirklich alles im Leben falsch gemacht zu haben.

Inhalt und Meine Meinung:
Das Buch dreht sich hauptsächlich um das Leben der Studenten Platon (ja, er heißt wirklich so und kommt aus Griechenland) und Jim und dem Exstudenten Lakai (der heißt eigentlich Christian, aber das erfährt man erst so ziemlich am Ende des Buches). Alle drei haben Nebenjobs, die Ihnen mehr oder weniger Spaß machen. Lakai kellnert und ist mit seinem Leben ziemlich unglücklich. Die anderen beiden versuchen ihn ständig dazu zu bringen wieder an die Uni zu kommen und laden ihn häufig auf Sauftouren ein. Diese prägen auch in ihrem Sinne die erste Hälfte des Buches, was mich ein bisschen stört, weil es wieder so dieses Studentenklischee bedient, dass Studenten ständig Party machen und betrunken sind. Selbst in den Semesterferien hatte ich selten die Gelegneheit dazu, weil ich einfach zu viel zu tun hatte. Und ich frage mich wirklich wann Platon seine Hausarbeiten schreibt (studiert er doch mit Politikwissenschaften und Germanistik fast in meiner Richtung) Durch das Hin- und Herspringen zwischen den drei Hauptpersonen verwirrt das Ganze auch ein wenig. Das änderst sich zum Glück in der zweiten Hälfte. Hier wird fast nur noch Platon betrachtet und ab und an Jim, die versuchen mit Lakai in Verbindung zu kommen und ganz selten Lakai selbst. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich mich auch viel besser in die dargestellten Situationen einfinden und auch mich als ehemaligen Studenten wieder finden. Man verliert den Nebenjob, den man braucht und landet letztendlich in einem Call Center und darf wildfremden Menschen die Katze im Sack verkaufen. Am schönsten fand ich persönlich die Situation im Call Center als die Chefin Platon zeigt wie man richtig telefoniert (oh hier habe ich so an mein Telefontraining denken müssen). Auch Alkohol kommt kaum mehr ins Spiel, maximal eine Flasche Rotwein, die Platon und seine neue Nachbarin miteinander trinken.
Im Klappentext wurde außerdem angedeutet, dass einer von Platons Kumpels Selbstmordgedanken hegt. Lakais Gedanken in der Hinsicht werden aber nur undeutlich dargestellt, es ist klar, dass es um ihn geht, aber den präzisen Gedanken seinem Leben ein Ende zu setzen gibt es nie.
Der Autor schafft es in der Geschichte wirklich ein tragisches Ende und ein Happy End zu kombinieren, was ich sehr gelungen finde. Der Titel passt zum Buch, auch wenn nicht ganz klar wird (jedenfalls am Anfang) das wirklich Semesterferien sind und ich denke, dass die beiden noch nicht auf Bachelor oder Master studieren, sonst könnten Sie es sich fast nicht leisten Wochentage in der Bar zu beenden. Auf jeden Fall in den alten Bundesländern, da es Studiengebühren gibt.

Fazit:
Es ist ein schönes Buch ab der zweiten Hälfte. Die erste ist mir ehrlich gesagt zu alkohol und übergeben lastig, aber wenn man da durch ist, findet man schon den einen oder anderen "normalen" Studenten wieder (aber wer ist schon normal, für manche sind eben auch Alkoholentgleisungen normal). Das Leben in den Ferien ist richtig gut dargestellt, man fühlt mit und die ein oder andere Situation kennt man selbst nur zu gut. Von 5 Sternen würde ich ihm dreieinhalb geben. Dazu hat mich der Anfang einfach nicht vom Hocker gerissen, wohingegen ich das Ende verschlungen habe.

Bestellen könnt ihr das Buch übrigens hier!  Für knapp 10 Euro ist es doch mal was für Zwischendurch. Oder vielleicht kennt ihr Studenten, die ein bissl zu viel trinken, denen kann man das auch schenken ^^

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