Sonntag, 10. März 2013

Kulinarische Erzählungen

Kennt ihr Metamorphose Mahlzeiten? Oder Tarnkappenstör? Oder Bienenbrot?
Nein?
Alles nicht? Dann habt ihr die kulinarische Erzählung "Der Schrecksenmeister" von Hildegunst von Mythenmetz noch nicht gelesen (okay, das Bienenbrot kann man aus der "Stadt der träumenden Bücher" kennen ^^). Übersetzt hat das Ganze dann wieder Walter Moers.



Inhalt:
In Sledwaya, der Stadt, in der »das Gesunde krank und das Kranke gesund« ist, spielt der neue Roman des zamonischen Großschriftstellers Hildegunst von Mythenmetz. Er handelt von der Auseinandersetzung zwischen Echo, dem hochbegabten Krätzchen, und Succubius Eißpin, dem furchtbaren Schrecksenmeister Sledwayas, der Faust und Mephisto in einer Person zu verkörpern scheint. Dieser lässt nichts unversucht, um sich mittels der Alchimie zum Herrn über Leben und Tod aufzuschwingen - und dazu braucht er nichts notwendiger als das Fett von Echo, der gezwungen ist, einen teuflischen Vertrag mit Eißpin abzuschließen.


Meine Meinung:
Wenn ich Hildegunst von Mythenmetz lese, dann denke ich an "Ensel und Krete" und an die "Mythenmetzschen Ausschweifungen". Aber zum Glück bemerkt Moers im Nachwort gleich, dass er beim Übersetzen das Buch am liebsten zerstört hätte und die Abschweifungen gekürzt hat (und das um 700 Seiten). Dazu gibt es übrigens HIER ein richtig lustiges Interview.
Also "Der Schrecksenmeister" ohne die Abschweifungen als eigenständiges Werk. Außerdem soll es eine kulinarische Erzählung sein, allerdings kennen die Speisen wohl nur Wesen aus Zamonien (ich schreibe bewusst nicht Leute oder Menschen, weil es die da nicht gibt). Aber es ist wirklich interessant, was Echo so alles vorgesetzt bekommt, nur um fett zu werden. Denn das Fett braucht der Schrecksenmeister ja, um seinen Plan zu vollenden. Aber zum Glück hat Echo Freunde, die ihm helfen aus dem Vertrag mit dem Schrecksenmeister herauszukommen, auch wenn er manchmal schon nicht mehr daran glaubt. Und auch wenn der Leser denkt, die Lage ist jetzt aussichtslos und kann nicht mehr schlimmer kommen - genau dann setzt Moers (oder Mythenmetz, wie man es nimmt) noch einen obendrauf. Und es wird immer gefährlicher. Am Ende stürzt Echo von den Ledermäusen fallengelassen aus dem zamonischen Himmel.
Doch überraschender Weise hat diese Geschichte ein Happy End - ganz untypisch für zamonische Literatur. Am Ende wird also alles gut und Echo zieht dem entgegen, was er sich wünscht - der Liebe.

Fazit:
Anfangs konnte ich mich Echo nicht viel anfangen. Schon allein der Name war verwirrend, aber das ist in Zamonien wohl meistens so. Das Buch braucht ein bisschen um in Schwung zu kommen, dann wird es aber richtig spannend. Ohne die Ausschweifungen liest sich das Buch flüssig und man gewinnt an einigen Stellen sogar den Bösen lieb.
Also wieder eine Empfehlung von mir ^^

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen