Dienstag, 4. Oktober 2011

Guðjón Ólafssons Zeitreise als Laborratte - Blogg dein Buch

Über Blogg dein Buch hat mir der litteraturverlag roland hoffmann die Möglichkeit gegeben den Titel: "Guðjón Ólafssons Zeitreise als Laborratte" zu lesen und eine Rezension zu schreiben.


Über den Inhalt:
 Der Schriftsteller Gudjón Ólaffson erwacht im Krankenhaus, ohne Sprache und ohne Erinnerung daran, wie und warum er dorthin gekommen ist. Sein Vater hilft ihm, den Weg zurück in die Wirklichkeit zu finden, doch um welche Wirklichkeit geht es eigentlich?
Ganz allmählich gewinnt Gudjón seine Sprache wieder und findet heraus, dass Helena, die ihm sein Vater als Lebensgefährtin vorstellt, und er in Island von einem Forscher am europäischen Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz einem durch Medikamente unterstützten Experiment unterzogen worden sind, bei dem es um Zeitreisen in die Vergangenheit ging. (Klappentext des Buches)


Meine Meinung zum Buch:
Im Gorßen und Ganzen spielen in diesem Buch nur zwei Personen eine Hauptrolle: Gudjón und Helena. Auch Nebenrollen gibt es wenige: Gudjóns Vater, seinen Arzt, Gudjóns Freund Trausti, der Hinzugekommene und ein paar Personen, die einen einzigen Auftritt haben.
Also sehr überschaulich meiner Meinung nach und das Buch braucht auch nicht mehr handelnde Akteure, denn die Schreibweise an sich ist schon ziemlich kompliziert, was den Einstieg ins Buch sehr schwierig gemacht hat.
Genau wie Gudjón versteht man am Anfang die Sprache nicht - es reihen sich einfach Buchstaben aneinander. Man kennt die Menschen nicht, die um Gudjón herum sind, aber nur, weil er sie nicht kennt. Manche lernt man auch öfter als einmal kennen.
Gudjóns Weg zurück in ein normales Leben, erleben wir als Leser also hautnah mit und genauso wie es für ihn schwierig ist, sich zurechtzufinden, genauso schwer macht es uns der Autor. (weshalb der erste Teil des Buches wohl "Vergessen" heißt)
Erst im zweiten Teil des Buches wird alles ein wenig übersichtlicher. Gudjón und Helena gehen eigene getrennte Wege und doch deuten sich immer wieder "Parallelen" an (wie auch der zweite Teil betitelt ist). Während Helena verzweifelt versucht ihrem Job als Übersetzerin zu bewältigen, taucht Gudjón in die Literatur seiner Kindheit. Beide gehen Abends aus (Gudjón zum ersten Mal) und während Helena Sex wollte, sich dann aber dagegen entscheidet, kommt Gudjón zum Zug.
Die nächsten Abschnitte sind wesentlich kürzer: Nehmen die ersten beiden ungefähr die Hälfte der insgesamt 248 Seiten ein, erwarten den Leser jetzt 3 Abschnitte.
Außerdem wird jetzt einiges klarer dargestellt. Hat der Leser in den ersten Teilen noch Probleme die einzelnen Handlungsstränge zu unterscheiden - was ist jetzt Realität, Vergangenheit und wirklich mit Gudjón passiert, oder doch nur eine Vision, weiß man es in den letzten drei Abschnitten genau. Die Wolke, die sich in die Köpfe der handelnden Personen geschlichen hat, löst sich im Kopf des Lesers auf und alles wird klar. Hier wird auch endlich deutlich, warum Gudjón im Titel als Laborratte bezeichnet wird.

Alles in allem ist das Buch wirklich gut, was ich am Anfang nicht gedacht hätte. Die ersten Seiten sind verwirrend, so als hätte man selbst das Gedächtnis verloren. Aber mit der Zeit wird einiges klarer. Der Autor lässt viele historische Tatsachen (Visionen) einfließen, die spannend zu lesen sind. Neben dem historischen Teil nimmt aber auch die Physik einen großen Teil ein. Bei den teilweise doch sehr ausfürhlichen Erklärungen der Physik (allein mit Schrödingers Katze konnte ich was anfangen) musste ich aufpassen, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Sobald aber die Zusammenhänge verständlich sind ist das Buch klasse und ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen (was ich auch nicht gemacht habe) Die Flucht aus der Welt eines Medikamentes, war einfach zu spannend. Vor allem wie die Nebenfiguren, die am Anfang so banal schienen mit in diese Forschung mit eingebunden sind.

Ich muss sagen: Obwohl der Einstieg recht schwer war, lohnt es sich doch zu lesen ^^
Noch mal danke an Blogg dein Buch und den litteraturverlag roland hoffmann, die es mir möglich gemacht haben, das Buch zu lesen (ich denke normalerweise hätte ich es nicht in die Hand genommen, aber man muss eben doch mal etwas riskieren).



Diesen Titel und auch alle anderen aus dem litteraturverlag roland hoffmann könnt ihr hier bestellen.

1 Kommentar:

  1. Klingt interessant. Ich lese gerade "Das Glück kommt nie allein" von Kajsa Ingemarsson. Ich hatte von der Schriftstellerin "Es ist nie zu spät für alles" gelesen und war davon so angetan, dass ich mir gleich noch eins von ihr kaufen musste. Boah hier ist mal wieder "Hamburger Schmuddelwetter" angesagt, einfach zum verkriechen... mein Sofa ruft schon....LG und dir auch einen supertollen Wochenstart:-) Harriet

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