Donnerstag, 2. August 2012

Drunten am Fluss

Nein, da mache ich nicht Urlaub. Der Fluss um den es geht ist der Amazonas und ist Schauplatz der Handlung im Buch "Fluss der Wunder" von Ann Patchett aus dem Bloomsbury Verlag. Ich hatte Glück das Buch über Blogg dein Buch, lesen zu dürfen.

Klappentext:
Im Auftrag eines Pharmainstituts reist Marina Singh in den brasilianischen Urwald, um ihren verschollenen Kollegen Anders zu suchen — und um herauszufinden, welche mysteriösen Forschungen die exzentrische Dr. Swenson im Urwald betreibt. Für Marina beginnt eine gefahrvolle Reise zu den Grenzen von Wissenschaft und Mythos, Wahn und Wunder.


Meine Meinung und Inhalt:
Der Klappentext macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Doch so wirklich richtig ist er nicht. Denn Anfangs gilt ihr Kollege aus dem Pharmaunternehmen, der ins Amazonasgebiet zu Dr. Swenson reisen sollte, um deren Arbeit zu kontrollieren, nicht als verschollen, sondern als tot. Marina Singh reist auch nur nach Manaus, um Anders Eckmanns Frau und ihrem Chef einen Gefallen zu tun. Von Manaus aus muss sie einen Weg finden zu Dr. Swenson zu gelangen, das geht nur über die Bovenders, die sozusagen die Wachhunde sind und auf Dr. Sewensons Sachen in Manaus aufpassen. Marinas alte Dozentin kehrt nur selten nach Manaus zurück, doch Marina hat Glück und begleitet die frühere Gynäkologin zu den Lakashi - einem Stamm im Amazonasgebiet, bei dem auch noch Frauen über 50 Kinder gebären. Eine Menopause kennen sie nicht. Das Geheimnis liegt in seltenen Bäumen und noch selteneren Faltern, die deren Rinde essen und fast sofort wieder ausscheiden. All das lernt Marina kennen und erfährt, dass ihre ehemalige Dozentin im Selbstversuch auch mit 73 Jahren noch einmal schwanger geworden ist. Nebenbei forscht das Team um Dr. Swenson außerdem an einem Mittel, das immun gegen Malaria macht (hat auch was mit den Bäumen und den Faltern zu tun).
Am Ende findet Sie sogar ihren tot geglaubten Kollegen durch einen riesigen Zufall wieder, muss dafür aber ein Kind opfern, dass ihr in der Zeit am Amazonas ans Herz gewachsen ist.


Das Buch fängt gleich damit an, das der Leser mit der Todesbotschaft von Anders Eckmann konfrontiert wird. Es folgt Marinas tobende Gefühlswelt ob sie fahren soll oder nicht, danach ihr Aufenthalt in Manaus. Eigentlich erst ab der Hälfte nimmt das Buch mehr Tiefgang an. Man erfährt, warum Marina sich aus der Gynäkologie zurückgezogen hat und es gibt einem viele Ansätze zum Nachdenken. Was wäre, wenn Frauen nach der "Menopause" wirklich noch Kinder bekommen würden? Was würde das für den Planeten bedeuten. Oder was passiert, wenn ein immunisierender Stoff gegen Malaria gefunden würde? Die natürliche Selektion wäre damit wieder einmal beschnitten und die Bevölkerung auf der Erde würde noch rasanter zunehmen als jetzt schon. Dass Frauen über 70 nicht mehr dazu geschaffen sind Kinder zu bekommen, zeichnet Ann Patchett deutlich mit Dr. Swenson. Diese bringt letztendlich nur noch ein Totes Kind durch Kaiserschnitt auf die Welt, das außerdem noch enorme Fehlbildungen aufweist. Gerade wenn man auch einen Mediziner zu Hause hat, gibt das richtig zu denken, wie weit die Medizin denn schon sein könnte, wenn nicht solche Leute wie Dr. Swenson versuchen würden die Forschung zwar voran zutreiben, aber letztendlich die Ergebnisse so lange wie möglich geheim zu halten.


Der Schreibstil selbst gefällt mir auch sehr gut, er lässt sich flüssig lesen und der Inhalt ergibt auch Sinn. Unsympathisch kommt einem eigentlich keine der Figuren vor, der Chef ist zwar sehr aufs Ergebnis fixiert, aber damit eben ein typischer Chef. Auch das Ende lässt einem noch sehr viel Platz für Fantasie, was mir sehr gut gefällt, obwohl es dann doch auf den letzten 4 Seiten abgehandelt wird und damit ein wenig abrupt kommt. Auch gerät Anders Eckmann so im Mittelteil ein wenig in Vergessen und taucht dann plötzlich auf. Aber trotzdem hat das Buch vier Sterne verdient (zu kaufen übrigens hier)


Fazit:
Anfangs noch leichte Lektüre für Zwischendurch, später dann sehr viel tiefgründiger mit viel Potential zum Nachdenken. Ich kann das Buch wirklich empfehlen, es ist spannend, liest sich flüssig und ist mal was anderes.

1 Kommentar:

  1. Klingt ja eigentlich ganz gut, aber ich habe noch einen riesigen Berg vor mir. :)

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