Mittwoch, 15. August 2012

Katharisa

Bereits vor der Buchmesse in Leipzig hatte ich über dieses Buch in der Zeitung gelesen. Normalerweise lese ich keine Kritiken bei uns in der SZ (Sächsische Zeitung) da alles was dort in die Kritik kommt, wirklich nur schlecht gemacht wird. Ich glaube, das war bei diesem Buch nicht anders. Aber mein Interesse war geweckt. Ein Buch von einem Dresdner, in dem auch Dresden eine wichtige Rolle spielt.
Auf der Buchmesse dann habe ich es gleich am Stand des Dresdner Verlags gefunden. Der Preis konnte einen aber schon wirklich aus den Socken hauen. Ich weiß nicht mehr wie viel es war, aber für ein Hardcover normal (zumal der Verlag auch noch relativ klein ist).
Und dann lag das Buch auf meinem Geburtstagstisch. Auch als Paperback ist es noch relativ teuer (20 €) und ist beim Editia Verlag erschienen (eine Tochtergesellschaft des Dresdner Verlages).

Es geht um das Buch "Katharsia" von Jürgen Magister.



Klappentext:

Die Fahrt durch Marokko ist für den 14-jährigen Sando etwas ganz Besonderes, denn Maria begleitet ihn, eine junge Frau, der seine heimliche Liebe gilt. Doch die Reise findet ein jähes Ende, als islamistische Gotteskrieger den Bus stürmen. Sie töten den Jungen und auch Maria stirbt bei dem Versuch, ihn zu beschützen.
So gelangt Sando ins Jenseits. In seiner Seele brennen Trauer und Verlust. Er sehnt sich nach Maria, die er auf dem Weg in diese andere Welt verloren hat. Mit der Suche nach ihr beginnt eine gefährliche Odyssee, denn das Jenseits, von seinen Bewohnern Katharsia genannt, ist nicht das Paradies, sondern bestenfalls eine Zwischenstation auf dem Weg dorthin. Hierher gelangen die Ruhelosen, denen das irdische Leben noch etwas schuldig geblieben ist: eine Liebe, eine Erfindung, eine Vergeltung.
Dieses Buch ist wie ein Märchen – bezaubernd und erschütternd zugleich.

Inhalt und Meine Meinung
Meiner Freundin hat es auf der Buchmesse sofort gefallen. Es beginnt mit dem Kapitel "Tod", der Leser wird demnach sofort mitten in das Geschehen geworfen, ohne viel Vorgeplänkel. Trotzdem ist es ein Leichtes sich sofort mit dem Haupthelden zu identifizieren, bzw. ihn lieb zu gewinnen, was mir bei anderen Büchern schon wesentlich schwerer gefallen ist.
Sando Wendelin wird von "Gotteskriegern" getötet, als er versucht aus dem Bus zu fliehen. Eigentlich nur ein Versehen, ausgelöst durch eine Plastiktüte. Noch als Seele muss er mit ansehen, wie seine Klavierlehrerin Maria getötet wird. Sein Leben zieht an ihm vorbei und plötzlich hat er einen Körper und findet sich mitten in der marokkanischen Wüste wieder. Das erste was er sieht ist eine Plastiktüte mit einem "Hühnergott" darin. Gerettet von einer Riesenechse, kommt er in Makala und damit richtig in Katharsia an. Noch ahnt er nicht, dass er in die umbruchreichste Zeit in Katharsia, einer Art Parallelwelt zur Erde, in der alle Seelen leben, die noch eine Aufgabe hatten, hineingeschlittert ist und dabei eine Hauptrolle spielen wird. Denn Sando ist ein Auvisor, jemand der die Seelen der Verstorbenen sehen kann. Eine seltene Gabe in Katharsia. Er erfährt es allerdings erst, als ein neuer Bekannter, Ben Hakim, ermordet wird. Von da an ist er auf der Flucht und auf der Suche nach Gut un Böse. Seine Reise führt ihn über Paris zurück nach Dresden und da in das renomierte Retamininstitut (wo sollte es sonst liegen ^^). Doch auch hier hat eine Gruppe die sich "Seelenretter" nennt bereits ihre Hände im Spiel und gelangt so an den "Hühnergott" der eigentlich der Key zur künstlichen Retamingewinnung ist, denn aus Retamin besteht eigentlich alles in Katharsia, sogar die Körper der Seelen. Sandos Reise geht zum Präsidenten nach New York und führt ihn schließlich in den Hades, der Ort an dem die Seelen der bösen Menschen "gelagert" werden. Hier beginnt dann auch der Showdown, in dem Sando wieder eine wichtige Rolle spielt. Doch am Ende wird auch hier alles gut und Sando findet seine Maria wieder.
Es ist ziemlich schwer die über 800 zusammenzufassen, vor allem wenn man das Buch gerade gelesen hat. Ich bin noch voller Eindrücke. Der letzte Satz des Klappentextes beschreibt es schon sehr gut. Es ist wirklich viel märchenhaftes im Buch, doch an einigen Stellen wird es durch brutale Szenen unterbrochen. Okay, Märchen sind auch brutal, aber wenn selbst ich an einigen Stellen schlucken musste (und ich bin durch Stephen King an einige Grausamkeiten gewohnt). Kreuzfahrer waren doch ein brutales Völkchen (wobei sie ja kein Völkchen in dem Sinne waren).
Komisch war es für mich auch über Dresden zu lesen. Die Beschreibung der Stadt, die doch etwas anders war (in Katharsia haben die Künstler ihre Werke noch besser gemacht) und am Ende deren Zerstörung, die ein wenig an den zweiten WK erinnert, auch wenn es in Katharsia eigentlich jede größere Stadt getroffen hat, so dass sogar die Presse sagen muss, dass das Papier wohl eher zu knapp ist um eine Zeitung zu drucken.
Letztendlich fügt sich alles zu einem interessanten Ganzen, mit einem Haupthelden und dessen Freunden (die komischerweise immer Gefährten genannt werden, auch wenn sie mich so gar nicht an Herr der Ringe erinnern ^^) die man einfach gern haben muss, aber auch charakterlich gut gezeichneten Bösen - den Kreuzritter Wolfenhagen muss man einfach fürchten. Das Buch las sich flüssig und war von der ersten bis zur letzten Seite spannend und selbst aus aussichtslosen Situationen gibt es einen Ausweg und wenn es nur mi Hilfe einer Seele ist.
Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen, der auch mal ein paar brutale Szenen abkann. Es ist spannend und der Spannungsbogen wird immer wieder aufrecht erhalten. Ich kann mich den Kritikern der SZ also mal wieder nicht anschließen ^^

Kommentare:

  1. Ich glaube, das wäre eher nichts für mich. Von wegen brutal und so. :)

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  2. Ich habe die Nudeln (z.B. von Kattus) schon bei Edeka, REWE und Marktkauf gesehen. Meistens bei den China-Sachen, nicht bei den "normalen" Nudeln.

    Liebe Grüße

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  3. Also wenn ich weiß, dass der Held eines Buches eigentlich schon gestorben ist, dann fällt es mir immer Schwer, mit dem Lesen überhaupt anzufangen, aber Deine Rezension ist sehr liebevoll gemacht und weckt schon Interesse

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