Mittwoch, 14. September 2011

The Shining

Nach so vielen BlackBerry Posts muss auch mal wieder was anderes her. Ich hab mich entschieden mal einen Filmvergleich zu machen. Klar, dazu muss es den Film in zwei Varianten geben. Da ich ein riesiger Stephen King Fan bin, ist meine Wahl auf „The Shining“ gefallen. Einmal die Version aus den 80er Jahren von Stanley Kubrick und mit Jack Nickolson und das anderen von 1997 bei dem King selbst mit Regie geführt hat.


Aber ich denke nicht jeder wird das Buch gelesen haben (Horror ist auch nicht jedermanns Sache) deshalb fasse ich erst mal den Inhalt ein wenig zusammen.

Die Geschichte dreht sich um die Familie Torrance. Der Vater Jack, ein ehemaliger Alkoholiker, nimmt den Job des Hauswartes im Overlook Hotel an. Allerdings nicht in der Sommersaison, sondern den Winter über. Das Overlook liegt in den Bergen und isr, sobald Schnee liegt, von der Umwelt abgeschnitten. Deshalb kommen seine Frau Wendy und sein Sohn Danny mit. Danny ist kein normaler 6jähirger, sondern er hat das Shining, das heißt er kann Dinge sehen, die andere nicht sehen (meistens bereits geschehenes – das wird ihm von seinem „Freund“ Tony gezeigt)) und mit anderen Leuten nur über Telepathie reden. Das alles erklärt ihm der Koch des Overlook, der Danny außerdem vor dem Hotel warnt – jedes Hotel hat seine Geister. Zu Beginn ist alles noch sehr harmonisch, doch mit der Zeit häufen sich komische Vorgänge – da fallen Stühle von den Tischen, die Jukebox spielt, die Heckentieren lernen laufen und der Fahrstuhl fährt von allein. Allein ist Familie Torrance also nicht, da gibt es noch die Bewohnerin aus Zimmer 217. Mit der Zeit übernimmt das Hotel aber immer mehr die Kontrolle und bringt die Familie gegeneinander auf. Bevor es zum Schlimmsten kommt ruft Danny über sein Shining den Koch und mit seiner Hilfe gelingt Ihnen die Flucht. Einzig Jack bleibt zurück. (Handlung stark gekürzt und alles was Blut oder ähnliches war rausgenommen ^^).

 Kubricks Verfilmung hält sich im Grunde schon an das Buch, weicht an einigen Stellen aber gewaltig davon ab. So gibt es bei seinem Overlook keine Heckentiere, sondern ein Labyrinth. Das Overlook ist so richtig 70er Jahre mäßig eingerichtet. Große Muster an den Tapeten und in den Räumen Teppiche mit grün pinkem Muster (aua Augenkrebs). Danny sieht auch keinen Tony, sondern redet mit seinem Zeigefinger (das was mich an dem Film am meisten gestört hat). In den letzten Szenen hat Kubrick den Crocket-Schläger durch eine Axt ersetzt und im Gegensatz zum Buch stirbt außer Jack noch jemand. Aber dafür, dass er die Handlung in zwei Stunden gequetscht hat, ist der Film klasse. Er lebt von Jack Nickolson als Jack Torrance (berühmtester Satz „All work an no play makes Jack a dull Bboy“ u.a. auch von den Simpsons übernommen). Die Mimik ist nicht zu übertreffen. Ihr kennt bestimmt das Bild, wo er mit wildem Blick durch die Tür blickt (siehe unten) Da kann man wirklich Angst bekommen. Neben Nickolson verblassen die anderen Figuren aber etwas – Shelly Duvall als Wendy finde ich persönlich total falsch besetzt und Danny ist auch ziemlich komisch. Im Buch ist er aufgeweckt und wissbegierig, davon merkt man bei Kubrick gar nichts. Am schlimmsten ist die Redrum Szene, in der Danny das Wort mindestens 20 Mal sagt. Das nervt, aber man kommt durch.
Alles in allem ein klasse Film, den ich mir wirklich schon oft angesehen habe, der aber immer wieder fasziniert.












1997 entschied sich Stephen King „The Shining“ noch einmal zu drehen, weil er mit der Adaption Kubricks nicht zufrieden war. Kann ich schon verstehen, Kubrick hat eben das aus dem Buch rausgeholt, was zu seiner Zeit möglich war. Deshalb war ich sehr gespannt, wie King sein eigenes Werk umsetzt und was noch wichtiger ist: Geht Shining ohne Nickolson eigentlich? Denn alles andere konnte ich mir neu vorstellen, aber nicht Jack Torrance, das war für mich Jack Nickolson.
Als erstes hat mich die Länge überrascht. Locker viereinhalb Stunden (auf 3 DVDs). Schon mal gut. Also anschauen. Hat ein bisschen gedauert, aber ja, klasse Film, guck ich mir gleich noch mal an. Das Overlook dieses mal etwas klassischer im Westernstil eingerichtet. Danny ist wirklich ein aufgeweckter kleiner Junge und Tony ist nicht nur ein Zeigefinger. Außerdem gibt es die Heckenfiguren. Trotzdem ist der Film insgesamt düsterer gehalten, viel passiert Abends oder Nachts, das einzig leuchtende ist das Overlook.
Anders als bei Kubrick, kommt das Redrum relativ kurz, dafür versteckt es sich gleich mehrmals im Film. Hier werden Heckentiere und auch das Hotel richtig lebendig. Wendy und Danny finde ich persönlich viel besser besetzt und auch Steven Weber als Jack Torrance überzeugt. Zwar ist er nicht ganz so gut mit seiner Mimik, dafür mit seiner Stimme und King arbeitet viel mit verschiedenen Beleuchtungen, was es noch unheimlicher macht. Außerdem setzt King viel mehr als Kubrick auf den Überraschungseffekt, ich bin mehr als einmal zusammen gezuckt.


So im Vergleich kann man beide Filme schon sehen. King hält sich mehr an seine eigene Handlung und Danny und Wendy sind viel besser besetzt. Allerdings hat Kubrick Jack Nikcolson und der ist als Jack Torrance ungeschlagen. So ein Vergleich ist aber auch schwer, denn es ist immer auch viel Subjektives mit dabei. Gefallen haben mir beide Filme, wobei King in den letzten Szenen schon härter ran geht als Kubric (obwohl der einen Toten hat) und das Hotel fliegt wirklich in die Luft. Für mich sind beide wirklich genial gemacht und ich weiß genau, ich werd sie mir immer und immer wieder ansehen.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen